Dr. Niels Schröter erhält den prestigeträchtigen Preis für Nachwuchswissenschaftler
Die International Union of Pure and Applied Physics (IUPAP) hat Dr. Niels Schröter den C10-Preis für Nachwuchswissenschaftler 2025 verliehen und damit seine bahnbrechenden Beiträge auf dem Gebiet der Physik kondensierter Materie gewürdigt. Dr. Schröter, der die unabhängige Max-Planck-Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik in Halle leitet, wurde für seine bahnbrechenden Forschungsarbeiten über chirale Semimetalle und ihre neuartigen fermionischen Quasiteilchen geehrt, die vielversprechend für künftige Technologien wie Speichergeräte sind.

Der Preis wurde während des Global Physics Summit 2025 der American Physics Society (APS) in Anaheim, Kalifornien, verliehen, wo Dr. Schröter die Auszeichnung von der ehemaligen APS-Präsidentin Laura Greene entgegennahm. Zu seinen bahnbrechenden Entdeckungen gehört die erste experimentelle Realisierung von chiralen topologischen Semimetallen, die exotische Quasiteilchen mit chiralen Spin-hedgehog und Bahndrehimpuls-Monopolen enthüllen. Seine Forschung hat eine bisher unbeachtete Verbindung zwischen struktureller und elektronischer Chiralität hergestellt und damit eine Brücke zwischen Grundlagenphysik und technologischer Innovation geschlagen.
"Dr. Schröters bemerkenswerte Leistungen haben unser Verständnis von chiralen Materialien verändert und neue Wege für Forschung und Anwendungen eröffnet", sagte sein Nominator, Professor Stuart Parkin, Direktor am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik. "Er hat unser Wissen über die physikalischen Grundlagen erweitert und eine Plattform für die Entwicklung innovativer spintronischer Bauelemente geschaffen."
Zu den wichtigsten Errungenschaften von Dr. Schröter und seiner Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik gehören die Entdeckung chiraler topologischer Semimetalle (1), Spin-Momentum Locking in chiralen Materialien (2) und die Beobachtung von Orbitalen Drehimpulsmonopolen (3), die entdeckt und in hochrangigen internationalen Zeitschriften wie Nature Physics, Nature Communications und Science veröffentlicht wurden, was die tiefgreifenden Auswirkungen der Chiralität in Quantenmaterialien unterstreicht.
"Diese Auszeichnung ist eine unglaubliche Ehre und ein Zeugnis für die inspirierende Zusammenarbeit mit meinen Kollegen, Postdocs und Studenten", sagte Dr. Schröter. "Ich freue mich darauf, die faszinierende Welt der chiralen Quantenmaterialien und ihr Potenzial, technologische Innovationen voranzutreiben, weiter zu erforschen."
Dr. Schröter hielt seinen Preisvortrag auf dem Global Physics Summit vor einem großen und engagierten Publikum zum Thema "Imaging Berry-, Spin-, and Orbital-monopoles in Chiral Crystals".
Über den IUPAP C10-Preis für Nachwuchswissenschaftler
Die International Union of Pure and Applied Physics (IUPAP) ist die einzige internationale Physikorganisation, die von der Physikgemeinschaft selbst organisiert und geleitet wird. Ihre Mitglieder sind ausgewiesene Physikgemeinschaften in Ländern oder Regionen auf der ganzen Welt. Die IUPAP wurde 1922 in Brüssel mit 13 Mitgliedsländern gegründet und die erste Generalversammlung fand 1923 in Paris statt. Gegenwärtig hat sie 60 Länder als Mitglieder. Die Commission on Structure and Dynamics of Condensed Matter (C10) wurde 1960 von der International Union of Pure and Applied Physics gegründet, um den Informations- und Meinungsaustausch zwischen den Mitgliedern der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft auf dem allgemeinen Gebiet der Physik der kondensierten Materie zu fördern. Mit dem IUPAP C10 Early Career Scientist Prize werden Forscher in den ersten Jahren ihrer Laufbahn ausgezeichnet, die bereits außergewöhnliche Beiträge zur Physik der kondensierten Materie geleistet haben. Mit dem Preis wird innovative Wissenschaft gewürdigt, die unser Verständnis der physikalischen Welt prägt und neue Wege zur Erforschung eröffnet.
(1) Entdeckung der chiralen topologischen Halbmetalle: Nachweis der Existenz neuer Fermionen mit den größten jemals beobachteten topologischen Ladungen und Herstellung einer Verbindung zwischen elektronischer Chiralität und Händigkeit des Wirtskristalls.
(2) Spin-Momentum-Locking in chiralen Materialien: Entdeckung einer neuartigen isotropen parallelen Spin-Moment-Verriegelung in chiralen Halbmetallen, die zu Spin-Hedgehogs im reziproken Raum führt und neuartige Spin-Orbit-Drehmomente ermöglicht - ein entscheidender Durchbruch für spintronische Anwendungen.
(3) Beobachtung von Drehimpulsmonopolen in der Umlaufbahn: Diese besonderen Punkte im Impulsraum strahlen den Bahndrehimpuls gleichmäßig in alle Richtungen ab und stellen einen transformativen Schritt in der Orbitronik dar. Ihre Fähigkeit, orbitale Polarisation durch strukturelle Chiralität zu erzeugen und zu steuern, eröffnet neue Wege für energieeffiziente Speicher- und Computertechnologien und läutet das Aufkommen der chiralen Elektronik ein.